Wie wir zu Degus kamen
1. Oktober 2008 von Debby
Da ich bis ich von Zuhause auszog mein ganzes Leben von Katzen umgeben war, wollte ich unbedingt ein Haustier. Nur leider können wir in unserer Wohnung keine Katzen halten, da wir im Hochparterre wohnen und ich es für sehr wichtig halte, dass eine Katze auch raus kann. Dann sah ich bei einer Freundin Rennmäuse und fand diese ganz toll. Damals dachte ich, man könne Rennmäuse ohne Problem in einem kleinen Aquarium halten. Das fanden wir sehr praktisch, weil wir eigentlich keinen Dreck in der Wohnung haben wollten, wie wir es beide schon früher von Meerschweinchen her kannten.
Also fuhren wir am 04. Juli 2005 zum Dehner, um dort Rennmäuse zu kaufen. Dort gab es aber keine. Mir ist dann noch eine Zoohandlung eingefallen, aus der ich auch früher meine Meerschweinchen hatte. Dort gab es dann auch Renner, aber wir wollten eigentlich drei und es gab nur noch zwei. Die Verkäuferin zeigte uns dann zwei Degus. Wir hatten vorher noch nie etwas von diesen Tieren gehört, fanden sie aber sofort total putzig. Auf dem Schild an ihrem Käfig (so kann man es eigentlich nicht nennen, denn es war viel mehr eine Schublade) stand, dass sie sich z.B. von Zwiebelschalen ernähren würden. Außerdem wurde uns dann noch gesagt, dass Degus noch zutraulicher als Ratten werden. Die Verkäuferin hat uns dann auch noch einen Käfig, der angeblich sehr groß wäre, verkauft. Der Käfig hat knapp 200 Euro gekostet und hatte ca. die Maße 80x45x80 (L/B/H). Dann haben wir noch eine Packung Degufutter (Firma werde ich hier nicht nennen, war aber auch nicht gerade das beste Futter), eine Trinkflasche, einen Napf, Einstreu, eine Korkröhre und ein Buch über Degus gekauft. Die Verkäuferin kontrollierte nochmal das Geschlecht und kam zu dem Schluß, dass es sich um zwei Brüder handelte. Die beiden wurden dann in einen Karton verpackt und wir machten uns mit ihnen auf den Weg nach Hause. Ich glaube, ich habe auf dem Heimweg mindestens zehnmal vergessen, was wir da gerade gekauft hatten: “Was haben wir da gerade gekauft?” Nochmal auf den Karton geschaut, “Ah zwei DEGUS!”.
Zuhause angekommen haben wir dann den Käfig hergerichet und die beiden “Kerlchen” reingesetzt. Sie haben sich sehr schnell in die Korkröhre verkrochen und hatten wohl ziemliche Angst. Währenddessen haben wir uns dann mal im Internet ein wenig nach Degus umgesehen und stellten dann sehr schnell fest, dass wir in der Zoohandlung ziemlich schlecht beraten wurden. Vor allem war der Käfig natürlich viel zu klein und außerdem war der Boden des Käfigs auch noch aus Plastik. Wir kamen dann zu dem Schluß, dass wir den beiden einen größeren Käfig bauen müssen (genaueres hierzu könnt ihr in einem anderen Beitrag lesen). Wir nannten die Beiden dann Erkan und Stefan. Kurz darauf stellte sich dann auch noch heraus, dass der Stefan wohl eher die Steffi war. Der damalige Erkan heißt heute übrigens Pfoti, seidem er diesen Tick mit dem Kahlfressen seiner Pfote hat.
Diese Geschichte schreibe ich nicht nur, weil sie unterhaltsam sein soll, sondern vor allem auch, weil sie eines von sehr vielen Beispielen ist, warum man Zoohandlungen, Zooabteilungen in Baumärkten, usw. nicht unterstützen sollte! Wir wurden ja wirklich mehr als nur falsch beraten. Die Geschlechtsbestimmung war absolut falsch, der Käfig viel zu klein und was sollte denn das mit den Zwiebelschalen? Und auch zu behaupten, dass Degus sehr zutraulich werden, zeugt nicht gerade von großer Kompetenz. Natürlich können sie zutraulich werden, aber manche Degus bleiben ihr Leben lang scheu und zurückhaltend. Aber ich werde auch noch in einem separaten Beitrag meine Argumente gegen den gewerblichen Verkauf von Kleintieren niederschreiben.
Naja, und was ist aus unseren anfänglichen Wünschen an unsere zukünftigen tierischen Mitbewohner geworden? (Sie sollten wenig Platz benötigen und keinen Dreck in der Wohnung machen.) Zum Platz kann ich nur sagen, dass die Degus mittlerweile schon fast unser ganzes Wohnzimmer eingenommen haben und Dreck ist natürlich auch kaum zu vermeiden, wenn man den Käfig aufmacht und Heu auffüllt. Aber es lohnt sich trotzdem für diese niedlichen und vor allem auch sehr interessanten Tiere ein Stück der eigenen Wohnqualität zu opfern!

















