Eine unendliche Geschichte
4. März 2009 von Enrico
Wir kommen hier einfach nicht zur Ruhe in unserem Deguzimmer. Am Dienstag vor 2 Wochen hat unsere Oma (wahrscheinlich schon 8 1/2 Jahre alt) einfach mal das Essen eingestellt. So war sie eigentlich noch sehr fit für ihr Alter. Gleich am Mittwoch bin ich dann mit ihr zum Tierarzt. Wie so oft, hatten wir auch dieses mal noch die Hoffnung, dass es nur die Zähne sind. Dem war aber nicht so.
Nach einer gründlichen Untersuchung (abhören, abtasten, Zähne anschauen) konnte nichts festgestellt werden. Nur eine kleine Verdickung im Bauch, die die Tierärztin nicht richtig zuordnen konnte und die damit wahrscheinlich auch nicht da hin gehörte. Die Inhalationsnarkose hat sie auch super überstanden. Blieb uns nur Zwangsernährung und abwarten. Wir hatten den Eindruck, als hätte sie sich ein wenig zu früh zum Sterben entschieden. Der Geist nicht mehr willig, aber der Körper noch viel zu stark.
Bis Freitag gab es keine Verbesserung. Freiwillig gefressen hat sie so gut wie gar nicht. Vielleicht mal einen Sonnenblumenkern, aber mehr war nicht drin. Dafür waren wir umso fleißiger. Mindestens 3 Mal am Tag wurde zwangsernährt. Mit der Zeit hatten wir dann schon eine richtige Routine. Am Freitag waren wir dann nochmal bei dem Tierarzt um die Ecke, der sich zwar nicht mit Degus auskennt, aber natürlich trotzdem eine Aufbauspritze verabreichen kann. Dieser hat uns dann noch etwas von einer dickflüssigen braunen Paste mitgegeben. Die pure Energie, eine Mischung aus Fett und Zucker, angereichert mit Vitaminen. Das ist eigentlich nix für Degus, aber wenn es um Leben und Tod geht, dann ist das wirklich egal.
Die weiteren Tage waren eine echte Qual. Für uns wahrscheinlich schlimmer als für die Oma. Sollten wir sie weiter quälen, wenn sie doch eigentlich gar nicht mehr will? Jeden Tag aufs Neue diese Entscheidung. Wir konnten sie einfach nicht gehen lassen und haben weiter gemacht. Wie sich später herausstellte, die richtige Entscheidung. Am Montag haben wir ihr noch einmal eine Aufbauspritze geben lassen. Viel gebessert hatte sich zu dem Zeitpunkt aber nicht. Seit letztem Donnerstag frisst sie aber endlich wieder ganz normal.
Ganze 8 Tage haben wir sie zwangsernährt. Den eigentlichen Glauben, dass sie wieder wird, hatten wir eigentlich schon nach 2 Tagen verloren und trotzdem konnten wir sie nicht aufgeben. Zum Glück!!!
Man könnte denken, dass jetzt wieder Ruhe einkehrt im Deguzimmer…leider wird das so schnell nicht passieren, denn wir haben immer noch 3 Weibergruppen, die auf zwei Gruppen reduziert werden müssen. Das heißt, es geht weiter mit Vergesellschaftung.


















Die Zukunft scheint ja noch spannend zu werden. Schön, dass es der Oma wieder besser geht
Das Schlimme ist, dass die Tierchen nicht sprechen und ihr Leid mitteilen können…
Ganz genau das haben wir in dieser Zeit auch immer wieder gedacht. Warum kann sie uns nicht sagen, was ihr fehlt und was sie gerne will.
Puh, ich dachte schon, dass wird jetzt richtig traurig… es ist ja meistens so, dass die Tiere aufhören zu fressen, wenn sie sich selbst aufgegeben haben und sterben wollen. Ein besseres Zeichen für ihren neuen Lebenswillen als das eigenständige Fressen, kann es gar nicht geben!
Ich freu mich für euch und die Oma
@Nancy: Das haben wir eben auch gedacht, dass es ja einen Grund haben muss, warum sie einfach aufhört zu fressen. Es geht ihr aber immernoch gut und sie frisst wieder wie vorher. Es ist uns echt ein Rätsel, was sie da hatte.