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Kategorie 'Erlebnisse':

Ein schrecklicher Tag

Sally und Candy kämpfenZwei unserer Mädels haben sich wirklich schlimm zerstritten. Zur Vorgeschichte: Vor einem Jahr hatten wir noch 3 unserer ursprünglichen Mädels. Damals haben wir dann noch 2 kleine Mädels dazu vergesellschaftet. Nelly und Sally waren damals erst 8 Wochen alt und es hat sehr gut funktioniert. Vor ein paar Monaten sind uns dann innerhalb kürzester Zeit 2 unserer alten Mädels verstorben und es blieb nur noch Candy (etwas über 3 Jahre alt) übrig. Mittlerweile sind die beiden Neuen auch schon 9 Monate alt.

Die 3 haben sich immer sehr gut verstanden, es gab kein einziges Mal Streit. Bis gestern Nacht. Es war schon Stunden lang immer wieder ein Gemotze und Gequake im Käfig zu hören, aber dabei hab ich mir noch nicht viel gedacht. Unsere Jungs geben die selben Laute täglich von sich, wenn sie sich mal wieder nicht einigen können, wer wo schläft.

Plötzlich hat es dann im Käfig geknallt. Ich bin sofort hin und sah dann nur noch eine Fellkugel durch den Käfig fliegen. Candy und Sally hatten sich ineinander verbissen. Candys Pfote hat dann auch ziemlich heftig geblutet und sie kann auch immernoch nicht so richtig auftreten. Wir haben Sally dann von den anderen beiden getrennt über Nacht. Heute hab ich es dann mehrmals versucht, die beiden wieder zusammenzusetzen, aber sie haben sich immer wieder ineinander verbissen. Irgendwann hab ich es dann erstmal aufgegeben und die beiden wieder getrennt. Nelly hab ich dann immer abwechselnd mal zur Candy und mal zur Sally gesetzt. Heute Abend haben wir dann nochmal versucht, die beiden zusammenzusetzen. Wir haben beide in einen Umzugskarton mit Einstreu gesetzt, um besser eingreifen zu können und damit die Verletzungsgefahr nicht so groß ist.

Die beiden haben dann immer wieder gegenseitig versucht sich zu besteigen, aber keiner wollte wirklich nachgeben. Aber zumindest sind auch nicht mehr die Fetzen geflogen. Also haben wir sie alle 3 zusammen in den Anbau gesetzt (ist auch immer noch überschaubarer als der Hauptkäfig). Es ging auch eine ganze Weile gut. Also sie haben nur wieder versucht sich zu besteigen und ein bißchen rumgemotzt. Mit der Nelly scheint eh keine der beiden ein Problem zu haben. Sie haben dann sogar kurz zu dritt nebeneinander geschlafen. Aber dann ist es wieder eskaliert. Candy und Sally sind wieder ziemlich heftig aufeinander losgegangen, Nelly hat sich total verschreckt verzogen. Da die beiden sich zumindest nicht wieder ineinander verbissen haben, haben wir uns mit Arbeitshandschuhen bewaffnet hingestellt und dachten, wir warten jetzt mal bis die das ausgefochten haben. Sie sind dann immer wieder aufeinander gesprungen und haben versucht sich gegenseitig wegzudrücken. Candy hatte auch immer wieder ihren Mund ziemlich weit offen, als ob sie zum Beißen ansetzen wollen würde. Aufgrund des Gewichtsunterschieds war aber Sally etwas überlegen. Aber keiner wollte nachgeben. Candy konnte dann irgendwann schon kaum mehr stehen, wollte sich aber trotzdem einfach nicht unterwerfen. Wir haben dann nach ca. einer Stunde aufgehört, weil wir befürchteten, dass die Candy eher an Kraftmangel und Stress sterben wird, als dass sie nachgeben würde.

Unsere TransportboxenDienstag Abend stellten wir fest, dass Brainys obere Schneidezähne etwas zu lang und schief waren. Das gleiche war vor ein paar Wochen schon einmal aufgetreten. Bevor ich dann ins Bett ging, fiel mir auch noch auf, dass die Candy sehr langsam gegessen hat. Am nächsten Tag bin ich dann auch noch selbst krank aufgewacht, hatte mir wohl eine Grippe eingefangen. Dann wollte auch noch mein Vater am Vormittag zum Frühstücken bei mir vorbei kommen. Kurz vorher bin ich dann nochmal zu den Degus, um zu kontrollieren, ob die Candy wieder schneller essen kann. Leider hatte sich aber nichts verändert. Da Degus ja einen sehr empfindlichen Verdauungstrakt haben und es äußerst schlecht für sie enden kann, wenn sie länger nichts essen, habe ich dann sofort beim Tierarzt angerufen. Ich hätte dann aber erst für den nächsten Tag einen Termin bekommen und so lange wollte ich nicht mehr warten. Also mußten wir uns ziemlich beeilen, um es noch zur Sprechstunde zu schaffen. War natürlich auch sehr praktisch, daß mein Vater gerade da war und ich nicht alleine fahren mußte.

Nun muß ich ein bißchen vom Thema abschweifen und etwas über unsere Transportboxen erzählen. Wir haben leider nur eine wirklich degusichere Transportbox, die der Enrico selbst gebaut hat. Wir nennen sie das Gefängnis, weil sie auch wie eins aussieht ;-) Die zweite Transportbox ist eine Plastikbox, die an der Seite relativ große Schlitze als Griff hat und die wir normal eigentlich für die Meerschweinchen benutzen. Die beiden Schlitze an der Seite wurden aber vor einigen Monaten mit Holzleisten einigermaßen degusicher gemacht. Nach einigen Degu-Transporten wurde aber das ganze Plastik um die Holzleisten doch schon ganz schön zerlöchert, also ordnete ich an, die Holzleisten zu entfernen, um die Box wieder nur für die Meerscheinchen zu benutzen und dass die beiden eben auch noch genug Luft bekommen.

Leider bemerkte ich nicht, dass die Holzleisten mittlerweile auch wirklich abmontiert wurden. Ich fing also erstmal den Brainy ein und steckte ihn ins Gefängnis. Dann musste ich die Candy einige Zeit durch den Käfig jagen, bis ich auch sie endlich in die Plastikbox setzen konnte. Während mein Vater gerade in der Küche stand und ich mich schnell noch umziehen ging, hörte ich ihn dann plötzlich rufen: “Hey, hier läuft ein Degu durchs Wohnzimmer!”

Ich hielt das natürlich erstmal für einen schlechten Scherz. Aber Tatsache, die Candy lief einfach munter durchs Zimmer. Nach einiger Zeit hatten wir es dann geschafft, sie unter dem Meerschweinkäfig wieder hervorzujagen und einzufangen. Ich war mir so sicher, dass das für sie jetzt schon zu viel Action war und sie sich in der Box nur noch unter dem Heuberg verkriechen wird, da sie ja sonst auch immer auf alles so hypersensibel reagiert. Aber falsch gedacht…

Beim Raustragen zum Auto haben wir natürlich ganz genau darauf geachtet, die beiden Schlitze der Box gut geschlossen zu halten. Der Brainy im Gefängnis kam dann auf den Rücksitz und wurde dort angeschnallt. Die Box mit der Candy nahm ich auf den Schoß und hielt die Schlitze schön zu. Aber nach kurzer Fahrzeit fing das kleine Biest an mir in die Hand zu beißen und zu kratzen. Zum Glück haben wir dann eine Parkscheibe gefunden, womit sich immer ein Schlitz ganz gut zuhalten ließ. Ich mußte nur immer schnell genug merken, wenn sie wieder die Seiten wechselte. Bei ca. 45 Minuten Autofahrt war das ganz schön anstrengend, vor allem wenn man sich selbst auch noch immer kränker fühlt.

Beim Tierarzt bekam die Candy dann erstmal eine Inhalationnarkose. Währenddessen wurden Brainys Vorderzähne gekürzt. Es stellte sich heraus, dass einer der unteren Schneidezähne sogar abgebrochen ist. Das heißt, dass wir in ein paar Wochen vielleicht wieder seine oberen Schneidezähne kürzen lassen müssen. Bei der Candy waren dann ein paar zu lange Spitzen an den Backenzähnen zu sehen, die schließlich gekürzt wurden.

Aber nach dieser Horrorfahrt zum Tierarzt, dacht ich mir, schlimmer kann es wohl kaum werden, wenn Candy und Brainy die Boxen tauschen. Die Candy kam dann ins Gefängnis und der Brainy in die Plastikbox. So hätte ich es wohl gleich machen sollen. Er hat mich nur einmal ganz leicht in den Finger gezwickt, aber ansonsten war er total friedlich. Wahrscheinlich hätte ich ihn auch einfach mit der Box alleine im Wohnzimmer stehen lassen können, ohne dass er da gleich ausbricht ;-)

Nach ein paar Tagen haben wir uns alle wieder von diesen Erlebnissen erholt. Die Candy isst wieder deutlich schneller, der Brainy ist auch wohlauf und mir geht es auch endlich wieder besser. Aber es wird wohl langsam wirklich Zeit, ein zweites Gefängnis zu bauen!

Wie wir zu Degus kamen

cimg0443Da ich bis ich von Zuhause auszog mein ganzes Leben von Katzen umgeben war, wollte ich unbedingt ein Haustier. Nur leider können wir in unserer Wohnung keine Katzen halten, da wir im Hochparterre wohnen und ich es für sehr wichtig halte, dass eine Katze auch raus kann. Dann sah ich bei einer Freundin Rennmäuse und fand diese ganz toll. Damals dachte ich, man könne Rennmäuse ohne Problem in einem kleinen Aquarium halten. Das fanden wir sehr praktisch, weil wir eigentlich keinen Dreck in der Wohnung haben wollten, wie wir es beide schon früher von Meerschweinchen her kannten.

Also fuhren wir am 04. Juli 2005 zum Dehner, um dort Rennmäuse zu kaufen. Dort gab es aber keine. Mir ist dann noch eine Zoohandlung eingefallen, aus der ich auch früher meine Meerschweinchen hatte. Dort gab es dann auch Renner, aber wir wollten eigentlich drei und es gab nur noch zwei. Die Verkäuferin zeigte uns dann zwei Degus. Wir hatten vorher noch nie etwas von diesen Tieren gehört, fanden sie aber sofort total putzig. Auf dem Schild an ihrem Käfig (so kann man es eigentlich nicht nennen, denn es war viel mehr eine Schublade) stand, dass sie sich z.B. von Zwiebelschalen ernähren würden. Außerdem wurde uns dann noch gesagt, dass Degus noch zutraulicher als Ratten werden. Die Verkäuferin hat uns dann auch noch einen Käfig, der angeblich sehr groß wäre, verkauft. Der Käfig hat knapp 200 Euro gekostet und hatte ca. die Maße 80×45x80 (L/B/H). Dann haben wir noch eine Packung Degufutter (Firma werde ich hier nicht nennen, war aber auch nicht gerade das beste Futter), eine Trinkflasche, einen Napf, Einstreu, eine Korkröhre und ein Buch über Degus gekauft. Die Verkäuferin kontrollierte nochmal das Geschlecht und kam zu dem Schluß, dass es sich um zwei Brüder handelte. Die beiden wurden dann in einen Karton verpackt und wir machten uns mit ihnen auf den Weg nach Hause. Ich glaube, ich habe auf dem Heimweg mindestens zehnmal vergessen, was wir da gerade gekauft hatten: “Was haben wir da gerade gekauft?” Nochmal auf den Karton geschaut, “Ah zwei DEGUS!”.

Zuhause angekommen haben wir dann den Käfig hergerichet und die beiden “Kerlchen” reingesetzt. Sie haben sich sehr schnell in die Korkröhre verkrochen und hatten wohl ziemliche Angst. Währenddessen haben wir uns dann mal im Internet ein wenig nach Degus umgesehen und stellten dann sehr schnell fest, dass wir in der Zoohandlung ziemlich schlecht beraten wurden. Vor allem war der Käfig natürlich viel zu klein und außerdem war der Boden des Käfigs auch noch aus Plastik. Wir kamen dann zu dem Schluß, dass wir den beiden einen größeren Käfig bauen müssen (genaueres hierzu könnt ihr in einem anderen Beitrag lesen). Wir nannten die Beiden dann Erkan und Stefan. Kurz darauf stellte sich dann auch noch heraus, dass der Stefan wohl eher die Steffi war. Der damalige Erkan heißt heute übrigens Pfoti, seidem er diesen Tick mit dem Kahlfressen seiner Pfote hat.

Diese Geschichte schreibe ich nicht nur, weil sie unterhaltsam sein soll, sondern vor allem auch, weil sie eines von sehr vielen Beispielen ist, warum man Zoohandlungen, Zooabteilungen in Baumärkten, usw. nicht unterstützen sollte! Wir wurden ja wirklich mehr als nur falsch beraten. Die Geschlechtsbestimmung war absolut falsch, der Käfig viel zu klein und was sollte denn das mit den Zwiebelschalen? Und auch zu behaupten, dass Degus sehr zutraulich werden, zeugt nicht gerade von großer Kompetenz. Natürlich können sie zutraulich werden, aber manche Degus bleiben ihr Leben lang scheu und zurückhaltend. Aber ich werde auch noch in einem separaten Beitrag meine Argumente gegen den gewerblichen Verkauf von Kleintieren niederschreiben.

Naja, und was ist aus unseren anfänglichen Wünschen an unsere zukünftigen tierischen Mitbewohner geworden? (Sie sollten wenig Platz benötigen und keinen Dreck in der Wohnung machen.) Zum Platz kann ich nur sagen, dass die Degus mittlerweile schon fast unser ganzes Wohnzimmer eingenommen haben und Dreck ist natürlich auch kaum zu vermeiden, wenn man den Käfig aufmacht und Heu auffüllt. Aber es lohnt sich trotzdem für diese niedlichen und vor allem auch sehr interessanten Tiere ein Stück der eigenen Wohnqualität zu opfern!

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